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RPG Maker Fes (3DS) im Test

Mit dem RPG Maker Fes ist seit wenigen Wochen ein neues Spieleentwicklungstool für den Nintendo 3DS erhältlich. Wie gut die Erstellung eines eigenen RPGs gelingt und ob sich der Kauf lohnt, verraten wir im Test.  

Eigenes Rollenspiel ohne Programmierkenntnisse kreieren
  
 

Der RPG Maker hat sich über die vergangenen Jahre einen Namen gemacht, wenn es um die einfache Erstellung von Rollenspielen im Stil von SNES-Klassikern wie Final Fantasy 6 geht. Innerhalb weniger Minuten lässt sich ohne Vorwissen eine eigene Spielwelt mit einer Heldenparty, NPCs und Quests erschaffen. Bislang waren in Deutschland allerdings nur Versionen für den Desktop verfügbar. Mit dem RPG Maker Fes für den 3DS können Kreative ihre Spiele nun erstmals unterwegs entwickeln. Für den Test haben wir uns das Programm aus dem eShop heruntergeladen, das dort für 39,99 Euro angeboten wird. 

Erstes Spiel erstellen und Bedienung
  
 
Beim ersten Start des RPG Maker Fes kann sich der Nutzer für die Erstellung eines neuen Spiels entscheiden. Später lassen sich über das Hauptmenü auch bestehende Projekte laden, um an diesen weiterzuarbeiten. Ein RPG besteht dabei aus unterschiedlichen Elementen wie Karten, Events und Datenbankeinstellungen. Um dem Anwender den Einstieg zu erleichtern ist eine Testkarte inbegriffen, die den Aufbau einer Map zeigt. Wie schon bei den RPG Makern für den PC setzten sich die Karten aus 2D-Blöcken zusammen, die vom Anwender zu einer abwechslungsreichen Spielwelt kombiniert werden können. Soll etwa eine Graslandschaft erstellt werden, so entscheidet sich der Nutzer für einen Grasblock und zeichnet mit dem Stylus auf dem Screen eine Fläche ein.  
Um dem Spiel Leben einzuhauchen kommen sogenannte Ereignisse zum Einsatz. Damit kann der Anwender Charaktere auf der Karte platzieren und diesen etwa Dialoge zuordnen. Trotz der technischen Einschränkungen des 3DS erlaubt das Eventsystem des RPG Maker Fes auch größere Quests und Storys zu kreieren – von der Komplexität eines RPG Maker MVs ist das Programm allerdings weit entfernt. RPG-Maker-Veteranen werden vor allem die Parallelen Prozesse von der PC-Version vermissen, die das gleichzeitige Ausführen mehrere Ereignisse ermöglicht. Was allerdings wirklich gut funktioniert ist die Testspiel-Funktion. Sobald der Nutzer einen Touch auf die Schaltfläche ausführt kann er wenige Sekunden später bereits ausprobieren was er zuvor erstellt hat. 

Schwerer Einstieg für Neulinge und DLCs
 
  
Wer als RPG-Maker-Neueinsteiger den Fes erstmals ausführt wird hier und da seine Schwierigkeiten haben. Viele Funktionen sind in Untermenüs verschachtelt und somit auf den ersten Blick nicht sichtbar. Die eher weniger gelungene deutsche Übersetzung trägt ihr Übriges zum schweren Einsteig bei. Gerade um neuen „Spieleentwicklern“ den Zugang zum Fes zu vereinfachen wäre ein Tutorial wünschenswert gewesen. Wer allerdings bereits die Teile für den PC kennt, kann direkt mit seinem ersten großen Spielprojekt loslegen und wird schnell erste Ergebnisse erzielen. Ein weiterer Kritikpunkt der sich unter mangelnden Komfort zusammenfassen lässt, ist das DLC-System. Über den Eintrag „Inhalte downloaden“ im Hauptmenü des RPG Maker Fes erhält der Nutzer Zugriff auf DLCs. Einige davon werden kostenfrei angeboten, andere kosten Echtgeld. Die Gratis-Zusatzinhalte sind zwar lohnenswert, allerdings nervt es jedes DLC-Paket einzeln herunterzuladen und dafür mehrere Minuten in Kauf zu nehmen.
 
Eigene Kreationen spielbar machen & Gratis-Download
 
 
Doch der RPG Maker Fes kann auch begeistern: Das Programm bietet das geniale Feature selbstgemachte Game innerhalb kürzester Zeit zu veröffentlichen. Dadurch können andere Spieler auf die Kreationen zugreifen, diese kostenlos herunterladen und auch bewerten. Doch nicht nur Besitzer des RPG Maker Fes haben Zugriff auf die Games. Mit dem kostenfreien RPG Maker Fes Player aus dem eShop lassen sich die Spiele ebenfalls herunterladen und ausprobieren. Für die Spieleersteller hat dies zudem den Vorteil, dass sie mit ihren eigenen RPGs eine viel breiteres Publikum ansprechen können.  
 
Kaufempfehlung für
+SNES-RPG-Liebhaber
+Unterwegs-Spieler

Ungeeignet für

– Germanistik-Studenten

Fazit:
Der RPG Maker Fes ist ein interessantes Tool für alle RPG-Fans. Der Einstieg wird Anwendern jedoch unnötig schwer gemacht. Ein Tutorial hätte hier sicherlich Wunder bewirkt. Sobald sich der Nutzer allerdings mit dem Programm und seine Funktionen vertraut gemacht hat, belohnt der Fes durch seine vielen Möglichkeiten beim Quest- und Mapdesign. Apropos Maps: Das Erstellen von Karten macht Spaß und geht mit dem Stylus gut von der Hand. 
Allerdings weist der Fes neben dem fehlenden Tutorial auch weitere offensichtliche Schwächen wie eine verbesserungswürdige deutsche Übersetzung und eine wenig nutzerfreundliche DLC-Politik auf. Wer allerdings darüber hinwegsehen kann, bekommt ein Spieleentwicklungswerkzeug für den Handheld, welches stundenlang an den 3DS-Bildschirm fesselt.

Vielen Dank für die Bereitstellung des RPG Maker Fes an NIS America.

Daniel Rottinger

reist durch die Open-World von Watch Dogs 2 (Xbox One)
Mein Name ist Daniel und ich bin der Gründer von tech-win.de. Ich freue mich schon jetzt auf deine Kontaktaufnahme.

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