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Pixel Game Maker MV im Test

Mit dem Pixel Game Maker MV ist Ende Juli ein Tool zur Erstellung von Action-Games im Early Access erschienen. Mit dem Programm sollen sich Spiele ganz ohne Programmierkenntnisse kreieren lassen. Im Test verraten wir, ob der Pixel Game Maker MV überzeugen kann.

Neues Tool der RPG-Maker-Macher

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe an Entwicklungstools, die das Erstellen eigener Games mit wenigen Klicks ermöglichen. Einer großen Beliebtheit erfreut sich etwa der RPG Maker MV von Kadokawa (Test), der sich bereits über 300.000 Mal verkauft hat. Vom selben Entwickler stammt auch der Pixel Game Maker MV, der im Early Access über Steam erhältlich ist. Während sich der RPG Maker vor allem für die Erstellung von klassischen 2D-Rollenspielen eignet, hat sich der Pixel Game Maker MV auf Platformer und Action-Games à la Zelda spezialisiert. Weiterhin bietet das Tool von Haus aus ein Multiplayer-Feature. Damit lassen sich auch Games für bis zu vier Spieler erstellen.

Erstes Platformer-Projekt

Nach dem Start des Programms kann der Nutzer zunächst einen Projekttitel und Namen für das Spiel festlegen. Im nächsten Schritt lässt sich zwischen den Spieltypen 2D-Sidescroller oder einem Game aus der Draufsicht wählen. Abschließen legt der Anwender die Auflösung des Spiels fest.
Zunächst die gute Nachricht: Der Einstieg in den Pixel Game Maker MV gelingt gut. Bis die Spielfigur erstmals über den Monitor läuft und springt, dauert es kaum länger als 10 Minuten. Ähnlich wie beim RPG Maker MV lassen sich mit Kacheln einfach Levels gestalten: eine Plattform hier, ein Abgrund da und der blaue Himmel als Background – fertig. Im Gegensatz dazu ist das Eventing im Early Access noch sehr gewöhnungsbedürftig. Anders als bei der Entwicklung im RPG Maker MV werden nicht Event-Blöcke untereinander angeordnet. Stattdessen muss der Nutzer mit einer überladenen Visual Coding-Oberfläche Vorlieb nehmen. Die passenden Event-Kommandos mit zig Parametern lassen sich häufig nur nach langer Suche finden und sind nicht selbsterklärend. Natürlich bietet das Tool dadurch eine Vielzahl an Möglichkeiten, allerdings geht bei der Komplexität jeglicher Komfort verloren. Gerade bei Neulingen, die auf schnelle Erfolge gehofft hatten, dürfte sich Ernüchterung einstellen.

Animation gut, alles gut?


Im Kontrast dazu steht das Animations-Feature. Dieses hinterlässt bereits im Early Access einen guten Eindruck. Hat man sich einmal mit den Grundlagen auseinandergesetzt, kann der Spielfigur und den Gegnern unkompliziert Leben eingehaucht werden. Zunächst importiert man die Figur in das Programm. Dabei lässt sich festlegen, wie viele Animationsphasen in dem Grafikset enthalten sind. Anschließend wird angegeben, welche Pose die Spielfigur beim Tastendruck zeigen soll. Bei einem 2D-Platformer reicht es aus, wenn man nur die Blickrichtungen links und rechts berücksichtigt. Natürlich benötigt es für ein Jump and Run noch eine Sprung-Animation, die abgespielt wird, wenn der Spieler den Jump-Button drückt. Wenn die Spielfigur dann flüssig animiert über den Bildschirm flitzt, sorgt es beim Entwickler für ein belohnendes Gefühl.

Early Access – Gut zum Reinschnuppern …

… aber noch ein weiter Weg. Zum Testzeitpunkt ist der Pixel Game Maker MV in der Version 0.8.5 (Beta) verfügbar. Den Early Access-Status merkt man dem Tool vor allem beim Visual Coding an, welches für Einsteiger einfach noch viel zu überladen ist. Zudem fehlen wichtige Hilfestellungen und Erklärungen. Aktuell ist der Pixel Game Maker MV übrigens nur in Englisch verfügbar. Deutsche Nutzer ohne entsprechende Sprachkenntnisse sollten also eher von einem Kauf absehen.
Allerdings hat das Tool durchaus Potenzial. So bietet es etwa die Unterstützung für Plugins, die wie beim RPG Maker MV durch das Importieren einer JavaScript-Datei ins Projekt eingebunden werden.

Kaufempfehlung für

+ Engine-Tüftler
+ Coding-Muffel
+ Early Adopter

Ungeeignet für

– Newbies
– Early-Access-Verweigerer

Fazit:
Da der Pixel Game Maker MV erst seit wenigen Wochen auf dem Markt ist und somit noch am Anfang seines Lebenszyklus steht, ist der Funktionsumfang noch eingeschränkt. Mit etwa 70 Euro ist er dafür allerdings vergleichsweise teuer. Wer sich auf unkompliziertes Eventing gehofft hat, wird vermutlich enttäuscht. Richtig gut funktionieren bereits jetzt der Leveleditor und das Animieren von Figuren. Wenn die Entwickler es schaffen, alle Teile des Programms zugänglicher zu gestalten und nach und nach weitere Plugins veröffentlicht werden, ist das Tool mehr als nur einen kurzen Blick wert. *   

* Das Fazit bezieht sich auf die Early-Access-Version 0.8.5 (Beta)

Aktuell ist das Programm zum Preis von 71,99 Euro bei Steam erhältlich.

Vielen Dank für die Bereitstellung des Testmusters an den Publisher AGM PLAYISM.

Daniel Rottinger

reist durch die Open-World von Watch Dogs 2 (Xbox One)
Mein Name ist Daniel und ich bin der Gründer von tech-win.de. Ich freue mich schon jetzt auf deine Kontaktaufnahme.

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